Viele Berufsgruppen berufen sich auf die heilige Barbara als Schutzheilige.

Das verwundert nicht: Schließlich ist ihre Legende eine Geschichte von Standhaftigkeit, dem Bekenntnis zu Gott und zum christlichen Glauben. Besonders von Bergleuten wird die Heilige Barbara verehrt – über und unter Tage

Die Heilige Barbara lebte im dritten und vierten Jahrhundert in der Stadt Nikomedia, dem heutigen Izmit (Türkei). Sie war die Tochter des heidnischen Kaufmanns Dioskoros. Dieser war ein eifersüchtiger Mann, der seine  schöne Tochter in einen Turm einsperrte, um sie immer bei sich zu behalten. Als  Dioskoros auf Reisen war, ließ sich Barbara taufen. Sie erzählte ihm später, dass sie nun Christin sei, worauf er wütend wurde und sie erschlagen wollte. Barbara flüchtete durch einen Bergspalt zu einem Hirten, der sie später an ihren Vater verriet. Sie wurde von einem Gericht zu Tode verurteilt und von ihrem Vater hingerichtet. Diese starb kurz darauf durch einen Blitzschlag.

Die Flucht durch einen Bergspalte macht Barbara zur Schutzpatronin der Bergleute. Diese bitten die Heilige Barbara, dass sie über sie Wacht und ihnen während ihrer gefährlichen Arbeit kein Unglück widerfährt. In der langen Historie des Bergwesens haben sich Traditionen etabliert, in denen die Heilige Barbara eine wichtige Rolle spielt: So wird sie in Liedern, wie etwa dem „Barbara-Lied“ oder dem „Steigerlied“ um Schutz für die Kumpels gebeten oder als Wächterin über die Bergleute dargestellt. Zudem steht in jedem Bergstollen eine Statue der Heiligen Barbara. Den Barbaratag am 4. Dezember feiern die Bergleute mit unterschiedliche Traditionen: In manchen Bergwerken wird an diesem Tag das Licht im Stollen angelassen, um die Bergleute zu schützen. Darüber hinaus werden Paraden und Feste veranstaltet, bei denen die Bergleute und Mitglieder der Knappenvereine ihre traditionellen Uniformen tragen und ihre Schutzpatronin feiern: Ihr zu Ehren hat die traditionelle Uniform auch 29 Knöpfe, weil Barbara 29 Tage im Turm gefangen war.

Foto: Joachim Schäfer, Ökumenisches Heiligenlexikon.