Mobbing in der Pflege – wenn Helfer angegriffen werden

Es ist ein sehr schwieriges Thema in unserer Gesellschaft, vor dem auch Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen nicht geschützt sind: Mobbing.

Neben dem immer größer werdenden Zeitdruck, dem Schichtdienst, sehen sich viele Pflegekräfte auf ihrer Arbeitsstelle psychischen Angriffen ausgesetzt. Dabei sind es nicht nur Kollegen oder Vorgesetzte, die einzelne Pfleger terrorisieren: sehr oft sind es Patienten, die durch Beleidigungen und ausfallendem Verhalten die Pflegekraft unter Druck setzen.

Die Folge ist, dass die gemobbte Pflegekraft demotiviert ist, unter Angstzuständen leidet, häufiger ausfällt und sich gegenüber Kollegen und Vorgesetzten, aber auch gegenüber Familien und Freunden, verschließt. Dabei ist es aber überaus wichtig, dass die Betroffenen den Mut fassen und über die Situation reden. Wenn Patienten eine Pflegekraft mobben und ihr Fehlverhalten nicht einsehen, sollten Kollegen zur Rate gezogen werden, die vielleicht über mehr Berufserfahrung verfügen und auch mitkommen können, wenn es das nächste Mal zu den entsprechenden Patienten geht. Auch der Arbeitgeber sollte über das die Vorfälle informiert werden, da er in der Pflicht steht, seine Arbeitnehmer vor Mobbing am Arbeitsplatz zu schützen. Wichtig ist, dass die betroffene Pflegefachkraft die einzelnen Vorfälle dokumentiert.

Mobbing hat nichts mit Schwäche zu tun, sondern ist ein Angriff auf eine Person! Gerade Pfleger, die in ihrem Beruf sehr häufig mit psychisch anstrengenden Situationen konfrontiert werden, sollten nicht wegschauen, wenn ihnen auffällt, dass eine Kollegin oder ein Kollege gemobbt wird. Betroffene sollten offen über die Vorfälle reden, wenn nicht mit dem Verursacher, dann mit Kollegen und Freunden. Es bringt nichts, die Beleidigungen und Angriffe einfach hinzunehmen und darüber zu schweigen. Nur derjenige, der den Mut findet und darüber redet, kann sich von diesem Druck lösen.