„Menschen in den unterschiedlichen Lebenssituationen begegnen“

Sie gehören zum Alltag der Kirchengemeinde. Ohne ihre Arbeit wäre Vieles nicht möglich. Gemeindereferenten organisieren und gestalten das kirchliche Zusammenleben entscheidend mit. Seit 2016 ist Anne Tarrach Gemeindereferentin im Pastoralverbund Paderborn-Mitte-Süd. Über den zweiten Bildungsweg fand die gelernte Sozialpädagogin für sich den Beruf der Gemeindereferentin. „Unsere Berufsbezeichnung ist eigentlich überholt“, sagt Anne Tarrach. Im Zuge der Zusammenlegung von Pfarreien zu immer größeren Pastoralen Räumen sei kein Gemeindereferent mehr ausschließlich für eine Gemeinde zuständig. Kennzeichnend für den Beruf des Gemeindereferenten sei der Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen: „Durch die größeren Pastoralen Räume arbeiten wir verstärkt in Teams mit Priestern und Diakonen zusammen: Dadurch ist es in vielen Fällen möglich, sich auf einen bestimmten Aufgabenbereich oder eine bestimmte Zielgruppe hin zu spezialisieren. Ein Beispiel dafür ist die Begleitung der Familien auf dem Weg zur Erstkommunion.“

Gleichzeitig erfordert der Beruf des Gemeindereferenten die Teilnahme und Mitarbeit in den unterschiedlichen kirchlichen Gremien und Gruppierungen: „Als Hauptberufliche im pastoralen Dienst sind wir Ansprechpartner für die Menschen vor Ort und sollten deshalb wissen, was dort gerade ansteht, welche Fragen und Probleme die Menschen bewegen!“, betont Anne Tarrach. Darüber hinaus sei sie als Gemeindereferentin bei vielen unterschiedlichen Anliegen und Fragen erste Ansprechpartnerin der Menschen. „Natürlich kann ich nicht jede Frage direkt beantworten oder mich um jedes Anliegen selber kümmern. Aber ich kann an andere Fachleute weiterverweisen oder Menschen mit dem gleichen Anliegen in Kontakt bringen.“

Der rege Kontakt mit den Menschen und die Mitarbeit in den unterschiedlichen Bereichen der Kirchengemeinde zeichne den Arbeitsalltag der Gemeindereferenten aus. Als Seelsorgerin gehe es ihr um die Beziehung eines jeden Menschen zu Gott.  „Jeder Mensch ist auf seine Weise im Glauben und mit Gott unterwegs. Wir können ihn dabei ein Stück begleiten und unterstützen.“ Die Beziehung zum Glauben sei dabei keine Frage des Alters. „Als Gemeindereferenten arbeiten wir mit allen Generationen zusammen und begegnen Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Wir wollen allen diesen Menschen zeigen, wie sie ihre Beziehung zu Gott leben können und wie diese Beziehung ihr Leben trägt, so dass ihr Leben erfüllt und gelungen ist.“ Dabei sei die Beziehung zum Glauben mit der Beziehung zu einem Menschen vergleichbar. Es gibt intensive Zeiten, in denen man sich sehr nahe und sehr verbunden ist und dann auch wieder Zeiten, in denen man eher auf Abstand zueinander lebt. Trotzdem sei der Glaube immer da. Wichtig sei auch der Glaube als Gemeinschaftserfahrung. „Der Austausch über den Glauben ist für mich elementar und zentraler Bestandteil des Gemeindelebens“, führt die Gemeindereferentin aus. „Eigentlich ist die Vermittlung des Glaubens unser Hauptberuf, obwohl es die Aufgabe eines jeden Christen ist.“